GlencoreXstrata: Schwere Gesundheits- und Umweltschäden Mopani Copper Mines plc

Projektkurzbeschreibung

Mopani Copper Mines ist ein Kupfer- und Kobaltproduzent mit Standorten am Kupfergürtel von Sambia. Das Unternehmen ist das größte Bergbauunternehmen in Sambia und dort auch gleichzeitig der größte Produzent von Kupfer und Kobalt. Zu den Produktionsstätten gehören auch die Minen in Mufulira und Nkana.

73% von Mopani gehören über Carlisa Investment Corp. (= 81,2% Glencore Finance Ltd., Bermuda, und 18,8% Skyblue Enterprise Inc./First Quantum) zu Glencore International.

Auswirkungen

Gesundheit und Umwelt:

Mopani Cpper Mines verwendet zur Gewinnung von Kupfer gefährliche Säuren in seinen Mufulira und Nkana Minen. In dem Absaugsystem wurde nur eine von drei vorgesehenen Sicherheitspumpeninstalliert. Ein Schaden an dieser Pumpe im Jahr 2007 führte zu einer schweren Trinkwasservergiftung.

 Die Schwefelemissionen bei den Minen von Mopani liegen um ein 70faches über dem noch unbedenklichen Grenzwert der WHO. Die Bevölkerung leidet stark unter Saurem Regen und Erkrankungen der Atemwege.

Eine der Minen von Mopani in Mufulira wurde wegen des hohen Verschmutzungsgrades Anfang 2012 geschlossen. Eine von der Sambischen Umweltbehörde (ZEMA) in Auftrag gegebene Untersuchung wies Sauren Regen nach, der die lokale Bevölkerung und die Umwelt schädigte. Die Mine sollte so lange geschlossen bleiben, bis sämtliche gesundheitlichen Risiken ausgeschlossen wären. Glencore zeigt sich von der Sperrung der Mine überrascht, nachdem die Sambische Regierung die Schürflizenzen gerade erst erneuert hatte.

Steuerhinterziehung:

5 NGOs (darunter die Erklärung von Bern/Schweiz, Sherpa/Frankreich und Mining Watch/Kanada) reichten im April 2011 bei der OECD eine formale Beschwerde gegen Glencore und First Quantum wegen Verstößen gegen die OECD Richtlinien ein. Die Beschwere basiert auf einem Bericht zur Buchprüfung, die 2009 von Grant Thorton und Econ Pöyry im Auftrag der Sambischen Steuerbehörde durchgeführt wurde.

Mopani Copper Mines wird vorgeworfen, die Betriebskosten des Jahres 2007 in die Höhe getrieben zu haben (+ $380 Millionen), im Vergleich zu ähnlichen Minenbetreibern in der Region bemerkenswert niedrige Mengen Kobalt gefördert zu haben und die Verkaufspreise von Kupfer zugunsten von Glencore manipuliert zu haben. Im Ergebnis wurde dadurch der Reingewinn des Unternehmens um mehrere hundert Millionen Dollar und damit die Steuerbelastung substantiell verringert (Verletzung des Fremdvergleichs-Grundsatzes).

Der Sambischen Regierung entgehen so jährlich 76 Millionen Pfund an Steuereinnahmen (€ 88 mio.).

Die Sambische Steuerbehörde einigte sich mit zwei nicht-genannten Minenbetreibern in einem Streit um ausstehende Steuerzahlungen.

In seinem Zwischenbericht 2011 (S.24) teilte Glencore mit, dass die Sambische Steuerbehörde derzeit eine Überprüfung der vorangegangenen Steuerjahre vornehme, was möglicherweise mit den Vorwürfen der Steuerhinterziehung zusammenhängt. Die Ergebnisse dieser Überprüfung wurden zum Jahresende 2011 erwartet.

Der Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) wies die Dienststellen der Bank an, jeden weiteren Finanzierungsantrag von Glencore oder einer seiner Tochtergesellschaften abzulehnen. Das Engagement der EIB selbst an Mopani Copper Mines wird von NGOs stark kritisiert.

weitere Quellen:

Artikelreihe über Glencore in Sambia von Mines and Communities

Artikel bei This is Money (November 2011) zu den gesundheitlichen Problemen bei den Minen von Mopani.

Artikel von Al Jazeera

Wirtschaftsprüfungbericht von Mopani

Artikel über Mopani von AlertNet

Film über Mufulira und den Schwefelausstoß der Mopani Kupfermine von Reporter

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