Newmont Mining Corp: Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung in Cajamarca, Peru

Die Newmont Mining Corp. ist Haupteigner der Minera Yanacocha S.R.L (51,35%), einem Joint Venture des Unternehmens mit dem peruanischen Unternehmens Buenaventura (43,65%) und der International Finance Corporation (5%), diezur Weltbank gehört.[1] Minera Yanacocha betreibt die Yanacocha Mine in Cajamarca, Peru. Die Mine erstreckt sich über 1550km2 und ist damit die zweitgrößte, aber profitabelste Goldmine der Welt.[2] Seit der Erschließung der Vorkommen in Yanacocha 1993 werden die Auswirkungen der Mine kontrovers diskutiert, vor allem aufgrund der gravierenden Wasserverschmutzung der örtlichen Grundwasserreserven.[3]

Die Annahme, dass der Bergbau ein Motor der lokalen Wirtschaft sei, hat sich in Cajamarca als falsch herausgestellt: Nach 20 Jahren Bergbau gehört die Region noch immer zu den ärmsten des Landes.[4] Während die vor Ort tätigen Unternehmen behaupten Arbeitsplätze geschaffen zu haben, verloren viele Menschen ihre Lebensgrundlage.[5] Wassermangel, Umweltzerstörung und der Rückgang von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in dem Gebiet zeigen die Unvereinbarkeit des Bergbaus mit der lokalen Landwirtschaft und dem Tourismus.[6]

Minera Yanacocha begann 2010 mit der Realisierung des Projektes Minas Conga in einem Gebiet, in dem fünf Hauptflüsse verlaufen. Die Verschmutzung durch die Mine gefährdet die Wasserläufe und damit die Lebensgrundlage der Menschen. Das Minas Conga Projekt droht vier Seen und damit 680 Wasserquellen zu zerstören. Die gesetzlich festgelegten Wasserrechte der Region werden missachtet.[7] Insgesamt verbraucht der Abbau der Mine 228.000 Liter Wasser pro Stunde, was bereits jetzt zu Wasserknappheit führt.[8] Das Unternehmen hat keine angemessenen CSR-Berichte zu r Verfügung gestellt und führt die Minenarbeiten ohne Zustimmung oder Einbeziehung der Bevölkerung durch.

Gemessen an der Bedeutung des Bergbauprojektes wurde das 9000 Seiten starke Environmental Impact Assessment (EIA)  als „ungeordnet“ und „inadäquat“ bewertet. Conga’s EIA anerkennt lediglich 32 Gemeinden in seinem Einflussgebiet.[9]

Nach der ILO Konvention Nr. 169, die von der peruanischen Regierung ratifiziert wurde, haben die potenziell betroffenen Gemeinden im Abbaugebiet das explizite Recht in Fragen bezüglich des Projektes einbezogen zu werden. 2011 verschäften sich Proteste der Bevölkerung, die in der Folge durch peruanische Polizeikräfte gewaltsam niedergeschlagen wurden. Dabei kam es zu Menschenrechtsverletzungen. Als reaktion auf die Proteste verhängte die peruanische Regierung den Ausnahmezustand und ließ Cajamarca mit Hilfe massiver Militärpräsenz für drei Monate absichern.[10] Kurz danach, im November 2011, ordnete die peruanische Regierung die Einstellung des Projektes an.[11]

Formelle Beschwerde wurde im April 2012 von der InterAmerican Commission on Human Rights (IACHR) eingereicht.[12] Eine Studie der IPSOS APOYO vom August 2012 berichtet, dass 78% der Bevölkerung in Cajamarca gegen das Conga Projekt seien und lediglich 15% dafür.[13]  Im Juli 2012 schlug die peruanische Staatspolizei eine Demonstration nieder. Viele Menschen wurden verwundet; es kam zu fünf Todesfällen.[14] Einheimische geben an, dass die Polizei friedliche Demonstranten willkürlich festgenommen oder verhaftet habe, besonders Aktivisten, die  sich öffentlich gegen das Bergbauprojekt aussprachen.

Nichtsdestotrotz verfolgen Minera Yanacocha und die peruanische Regierung das Projekt weiter. Am 22. Juni 2012 verkündete Newmont  eine neue Strategie zur Deeskalation. Das Prinzip „Wasser zuerst“ solle verfolgt werden, um die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Dementsprechend sollen Wasserreservoirs aus Seen höhergelegener Bergregionen angelegt werden, bevor Produktionsstätten gebaut werden oder der Abbau fortgesetzt wird. Der Errichtung eines ersten Reservoirs wurde im Mai 2013 beendet. Newmont erklärte, dass die Reservoirs die Wasserversorgung ganzjährig in Gebieten sichern sollen, wo die Dürreperioden zu Wassermangel führen. Darüberhinaus wird eine Zugangsstraße zum Tagebau gebaut sowie weitere Verbesserungen der regionalen Infrastruktur durchgeführt.[15]

[1] Yanacocha (2010): Quiénes Somos (accessed 02.09.2013).

[2] Infomine (2010): Yanacocha Mine (accessed 02.09.2013).

[3] Cajamarca, Peru (accessed 02.09.2013); P. Marco Arana Zegarra (2004): Agua y minería en Cajamarca. Defendiendo el derecho al agua, Cajamarca: Grufides: es.scribd.com/doc/18111630/Impacto-de-Yanacocha-Sobre-Cajamarca (accessed 02.09.2013), p.12, 6-9.

[4] Ángel Páez (2011): “Distritos del proyecto Conga siguen pobres a pesar del canon”, La Republica, 20 December (accessed 02.09.2013); José De Echave and Alejandro Diez (2013): Más allá de Conga, Rio de Janeiro: Cooper Acción: celendinlibre.wordpress.com/2013/04/17/libro-mas-alla-de-conga-jose-de-echave-alejandrodiez/ (accessed 02.09.2013), p. 16.

[5] New York Times (2010): Tangled Strands in Fight over Peru Gold Mine, 14 June (accessed 02.09.2013).

[6] P. Marco Arana Zegarra (2004): Agua y minería en Cajamarca. Defendiendo el derecho al agua, Cajamarca: Grufides (accessed 02.09.2013).

[7] Bank Track (2013): Dodgy Deal. Minas conga mining project (accessed 02.09.2013)

[8] Roxana Olivera (2013): “Standing up to big gold”, The United Church Observer, 4 June (accessed 02.09.2013).

[9] Robert E. Moran (2012): The Conga Mine, Peru: Comments on the Environmental Impact Assessment (EIA) and Related Issues, Paper prepared for the Environmental Defender Law Center (accessed 02.09.2013.

[10] Coordinadora Nacional de Derechos Humanos (2013): Informe anual 2011-2012. Un año del gobierno de Ollanta Humala (accessed 02.09.2013).

[11] Trefis Team (2013): A Closer Look At Newmont Mining’s Stalled Conga Project in Peru 16 September 2013 (accessed 17.02.2014).

[12] Reuters (2013): Peru faces human rights complaint over Newmont gold mine, 11 March (accessed 02.09.2013); Cecilia Jamasmie (2013): Peruvians ask Washington-based human rights commission to halt Newmont’s Conga project, 13 March: www.mining.com/peruvians-asks-washington-based-human-rights-commission-tohalt-newmonts-conga-project-20147/ (accessed 02.09.2013).

[13] La Republica (2012): Ipsos Apoyo: 78% de cajamarquinos se opone al proyecto Conga, 22 August 22 (accessed 02.09.2013).

[14] Coordinadora Nacional de Derechos Humanos (2013): Muertos por la intervención policial en contextos de protesta social enero 2011 – julio 2012 (accessed 02.09.2013); Amnesty International (2012): Peru. Appeal for calm after fatal violence at mine protest: https://amnesty.org/en/news/peru-appeal-calm-after-fatal-violence-mine-protest-2012-07-05 (accessed 02.09.2013).

[15] See Supra note 11

Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
  • Korruption
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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