Mountaintop Removal (MTR) – USA

Die beiden US-amerikanischen Bergbauunternehmen Arch Coal und Alpha Natural Resources nutzen beide die umstrittene Technik des „Mountaintop Removal“ (MTR), bei der Bergkuppen gesprengt werden, um darunter liegende Kohle, die in dünnen Schichten vorliegt, abzubauen. Hierzu werden auch Schwermetalle verwendet. Tiefgreifende und unumkehrbare Umweltschäden sind die Folge. Nach dem Abbau der Kohlevorkommen werden die Gesteinsreste in anliegende Täler und Flüsse entsorgt und die Schwermetalle wie Kadmium, Selen und Arsen gelangen in das Grundwasser. Auch die Luft wird während des Abbauprozesses mit giftigem Staub belastet. Die Einwohner der örtlichen Gemeinden weisen erhöhte Krebsraten, Herz- und Nierenkrankheiten, Geburtsschäden und frühzeitige Todesfälle auf. [1]

In den amerikanischen Appalachen hat die Bergbautechnik mehr als 5.000 km2 Wald zerstört. Die Umweltschutzbehörde schätzt zudem, dass 3.200 km an Wasserläufen verschüttet wurden. [2]

Die Anwohner in der Nähe von MTR-Anlagen leiden an schweren Erkrankungen wie Krebs, an Leber und Nieren oder Hautausschlag. Studien zufolge haben sich die Krebsraten in der betroffenen Bevölkerung verdoppelt. [3] Wegen seiner Kohleminen wurde Alpha Natural Resources deshalb zu annähernd 33 Millionen USD Strafzahlungen verurteilt, wie eine Analyse der jährlichen Sicherheits- und Gesundheitsdaten aus dem Jahr 2011 zeigte. Auf Alpha Natural entfielen damit mehr Strafzahlungen als auf alle weiteren größeren Bergbauunternehmen zusammen. [4]

Die Organisation Rainforest ActionNetwork berichtete, dass Grundbesitzer aus West Virginia Alpha Natural Resources wegen schwerer Schäden und verseuchtem Grundwasser verklagten, die sie auf „verwerfliches, absichtsvolles und grob fahrlässiges“ Handeln zurückführten. [5]

Im Juli 2012 reichten eine Bürgervereinigung und eine Umweltorganisation Klage gegen Alpha Natural Resources wegen der Selenverschmutzung in neun verschiedenen Bergbaubetrieben des Unternehmens ein. Schon im Dezember 2011 hatte Alpha Natural Resources in Bezug auf die Selenverschmutzung an drei anderen Standorten einen Rechtsstreit mit denselben Gruppen beigelegt. [6]

Die Umweltbehörde versucht seit nahezu 15 Jahren, die Genehmigung für den Ausbau der Mine Spruce No. 1 von Arch Coal anzufechten. Der Ausbau würde die Mine zur größten in der Region machen. [7] 2013 zog die Umweltbehörde eine Genehmigung für Arch Coal zurück, mit der das Unternehmen belastete Rückstände aus der Spruce No. 1 Mine in örtliche Flussläufe entsorgen konnte. [8]

Arch Coal wartet derweil auf die Erneuerung einer Genehmigung, MTR-Arbeiten beim Adkins Fork nahe der Stadt Blair in West Virginia zu beginnen. Diese Mine gefährdet das Ökosystem und die Wasserversorgung der Region. In einem Interview gestanden sogar Vertreter des Unternehmens ein, dass aufgrund der Erfahrungen aus anderen Abbauprojekten zu erwarten sei, dass die Mine „das Leben vieler Einwohner von Blair derartig verschlechtern würde, dass sie ihre Häuser verkaufen und fortziehen wollen würden.“ [9]

In Montana wird Arch Coal für den geplanten Ausbau der Otter Creek Kohlmine kritisiert. Das geplante Abbaugebiet liegt zwischen zwei geschützten Wäldern und würde sich auf mehr als 7.500 Morgen Land erstrecken. Vertreter der Umweltbehörde betonten, dass die Anträge für die Mine und die dazugehörige Bahnstrecke für den Abtransport der Kohle noch unvollständig seien. Die Arbeiten an der Mine wurden vorübergehend ausgesetzt. [10]

2012 legte Arch Coal einen Rechtsstreit in Ost-Kentucky bei und zahlte 575.000 USD für die Übertretung „Clean Water Act“ in seinen dortigen Minen. [11]

[1] M. A. Palmer et al. (2010): “Mountaintop Mining Consequences”, Science Magazine, 327(5962), S. 148-9, abgerufen am 23.09.2013

[2] Physicians for Social Responsibility (2010): Mountaintop Removal. ‘Pervasive and irreversible’ Damage in Appalachia, abgerufen am 23.09.2013

[3] „Mountaintop Removal Mining: Digging into Community Health Concerns”, David Holzman, Environmental Health Perspectives, 2011

[4] Ken Ward Jr. 2012: Report: Alpha tops coal industry in MSHA fines, in: Coal Tattoo, 21. März 2012

[5] Rainforest Action Network 2011: Report Card on Banks and Mountaintop Removal 

[6] Sierra Club Press Release, July 16, 2012: Coalition Acts to Protect Waterways from Pollution at 9 Alpha Natural Resources Facilities, 16. Juli 2012

[7]  Manuel Quinones (2013): “Coal. Appeals court backs EPA in battle over retroactive veto of Clean Water Act permit”, Greenwire, 23. April 2013, abgerufen am 23.09.2013

[8] The Wall Street Journal (2013): Arch Coal Set Back in Fight Over Mine, 23. April 2013, abgerufen am 23.09.2013

[9]  Ken Ward Jr. (1998): “Buying Blair”, Sunday Gazette Mail, 22. November 1998, abgerufen am 23.09.2013; Ben Collins (2013): “It’s Easier to Mine Coal Without People Around”, The Understory, 4. März 2013, abgerufen am 23.09.2013

 [10]  Associated Press (2013): Regulators seek more information on Otter Creek coal mine proposal, 16. April 2013, abgerufen am 23.09.2013

 [11]  Dylan Lovan (2012): “Arch Coal Fines Settled After Clean Water Act Violations Lawsuit”, Huffington Post, 21. September 2012, abgerufen am 23.09.2013

Affected topics
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
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