Monsanto: Umweltverschmutzung und Gefährdung der Gesundheit durch Pestizide und gentechnisch veränderte Pflanzen

Die weitflächige Nutzung des Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ des Konzerns Monsanto wird von NGOs stark kritisiert. Das Mittel enthält Glyphosat, eine Chemikalie, die ein schwerwiegendes Risiko für die Gesundheit des Menschen und die Umwelt darstellt. Glyphosat ist für jede Pflanze giftig, die nicht gentechnisch verändert worden ist, und kann für den Menschen tödlich sein. Eine Studie der Organisation Friends of the Earth Europe (FoEE) zeigt die Auswirkungen der Verwendung von Glyphosat. Demnach wurden Spuren des Unkrautvernichtungsmitteln in Urinproben von Einwohnern aus 18 europäischen Ländern gefunden [1]. Glyphosat kann menschliche Zellen verändern und zu erheblichen Störungen im Hormonhaushalt führen. Auch in südamerikanischen Sojaanbaugebieten konnte FoEE die Folgen von Glyphosat nachweisen. Der entsprechenden Studie zufolge treten in Paraguay häufiger Geburtsfehler auf, während in Equador und Kolumbien genetisch bedingte Anomalien und Fehlgeburten und in Argentinien gestiegene Krebsraten nachgewiesen wurden [2]. Im Jahr 2012 befand ein argentinisches Gericht zwei Sojabauern für schuldig eine Gemeinde vergiftet zu haben. Sie hätten gegen Gesetze verstoßen, nach denen der Einsatz von Pestiziden in stadtnahen Gebieten verboten seien [3].

Pestizide und genetisch verändertes Getreide stellen zudem eine Bedrohung für Bienenpopulationen dar. Einer Studie der Purdue Universität zufolge ist der Einsatz von Neonikotinoide (Pestizid) mit dem Rückgang von Bienenpopulationen eng verbunden [4]. Neonikotinoide wurden in einigen Samen von Monsanto gefunden [5]. Der Rückgang der Bienenpopulationen gefährdet die weltweite Nahrungsmittelversorgung. Die Europäische Kommission hat in Reaktion auf diese Studien ein 2-jähriges Verbot auf Neonikotinoide verhängt [6].

2013 befand sich Monsanto in den USA in einem Rechtsstreit, weil der Konzern genetisch veränderten Weizen auf einer Farm in Oregon ohne Genehmigung testete. Das Zentrum für Lebensmittelsicherheit erklärte, dass die Tests von Monsanto die Nahrungsmittelversorgung und die Exportmärkte gefährdeten. Kurz nach diesem Vorfall sank der Weizenpreis, da Japan und Südkorea amerikanische Importe beschränkten [7].

Im Jahr 2013 wurde Monsanto von einem französischem Gericht schuldig gesprochen. In dem Fall wies ein Bauer nach dem Gebrauch des Unkrautvernichtungsmittels „Lasso“, das von Monsanto vertrieben wird,  Vergiftungserscheinungen auf. [8].

Die Europäische Kommission kündigte im Herbst 2013 die Importgenehmigung für den umstrittenen genetisch erzeugten Mais SmartStax an [9]. Studien belegen, dass SmartStax sechs unterschiedliche Insektizide enthält,  und damit ein hohes Gesundheitsrisiko birgt. [10]

[1] Medical Laboratory Bremen (2013): Determination of Glyphosate residues in human urine samples from 18 European countries (accessed 31.07.2013).

[2] Friends of the Earth Europe (2013): Glyphosate – Media Briefing. Reasons for concern (accessed 31.07.2013).

[3] BBC News (2012): Argentina convicts two over illegal agrochemicals use, 22 August (accessed 31.07.2013); Zukunftsstiftung Landwirtschaft (2012):

Argentinien. Gericht bestraft Pestizid-Vergiftungen, 24 August: www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=8695:argentinien-gericht-bestraft-pestizid-vergiftungen&catid=14&Itemid=88, (accessed 31.07.2013).

[4] Christian H. Krupke, Greg J. Hunt, Brian D. Eitzer, Gladys Andino and Krispn Given (2012): “Multiple Routes of Pesticide Exposure for Honey Bees Living Near Agricultural Fields”, PLoS ONE, 7(1) (accessed 31.07.2013).

[5] David Jolly (2013): Hoping to Save Bees, Europe to Vote on Pesticide Ban, 14 March (accessed 31.07.2013).

[6] Elizabeth Grossman (2013): “Declining Bee Populations Pose A Threat to Global Agriculture”, Environment360, Report, 30 April (accessed 31.07.2013); European Commission (2013): “Commission Implementing Regulation (EU) No 485/2013 of 24 May 2013”, Official Journal of the European Union, 25 May (accessed 31.07.2013).

[7] Ian Berry (2013): “UPDATE. Farmers, Food Safety Group Sue Monsanto After Oregon Wheat Incident”, Wall Street Journal, 6 June (accessed 31.7.2013).

[8] Frankfurter Allgemeine Zeitung (2012): Gerichtsentscheid in Frankreich Monsanto hat Landwirt vergiftet, 13 Febuary (accessed 31.7.2013).

[9] Marlies Uken (2013): „Monsanto. Super-Genmais darf nach Europa“, Zeit, 12 August  (accessed 15.08.2013).

[10] Astrid Halder and Hendrik Loven (2013): “Frisch auf den Markt. Umstrittener Gen-Mais kommt nach Europa“, Report München, 30 July (accessed 27.07.2013).

Affected topics
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
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