Jindal Steel & Power: Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung in Mosambik

Das Tochterunternehmen Jindal Mozambique Minerals betreibt in der nordwestlichen Provinz Tete das Kohleprojekt Chirodzi, und ist damit eines der drei Unternehmen, die Konzessionsrechte in der kohlereichen Region Moatize in der Tete Provinz haben. Seit dem Beginn seiner Tätigkeit in Mosambik verletzte das Unternehmen die Rechte lokalen Bevölkerung, verursachten erhebliche Umweltschäden durch Tagebaue und misshandelten Arbeiter, beklagen Menschenrechtsorganisationen.[2]

Über 2500 Menschen leben in der Nähe des Chirodzi Tagebaus. Das Unternehmen kam seiner Zusage, die Gemeinden vor Beginn des Abbaus umzusiedeln, nicht nach.[3] Die Gemeinden erhielten zudem keinerlei Entschädigungen oder Ersatz für ihr Land, auf dem nun Kohle abgebaut wird. Der Verlust des Landes bedeutet für die Menschen eine essentielle Versorgungsunsicherheit und verursacht Armut und Hunger.[4] Für den Abbau der Kohle setzt Jindal Sprengungen ein, die in einem Umkreis von einem Kilometer starke Kohlestaubwolken auslösen. Dieser Feinstaub belastet die Gesundheit der ansässigen Menschen erheblich.[5]       

Jindal hat das Gebiet um die Mine einzäunen lassen und ein privates Sicherheitsunternehmen mit der Überwachung des Geländes beauftragt. Daraufhin kam es zu mehreren gewaltsamen Übergriffen des Personals auf die lokale Bevölkerung, die nach wie vor innerhalb des Geländes lebt.[6]  

Seit Beginn des Jahres 2013 operiert Jindal ohne eine genehmigte Umweltverträglichkeitsstudie und verstößt damit unmittelbar gegen mosambikanisches Umweltrecht.[7] Trotzdem eröffnete der mosambikanische Präsident Armando Guebuza das Bergbauprojekt nur wenige Tage nach einer Massendemonstration, auf der es zu Angriffen auf Mitarbeiter von Jindal kam.[8]

 

[1] Rahul Tripathi (2013): “Naveen Jindal firms bribed MoS to get coal blocks. CBI”, The Indian Express, 12. Juni, abgerufen am 10.09.2013

[2] Verdade (2012): Indianos violam Lei do Trabalho em Tete Terça, 20. November, abgerufen am 10.09.2013

[3] AFP (2013): Jindal latest to be caught in Mozambique land woes, 3. September, abgerufen am 10.09.2013

[4] Jinty Jackson (2013): “Mozambique Villagers Exposed to Open-Pit Coal Mine”, Voice of America News, 27. August, abgerufen am 10.09.2013

[5] VOA (2013): Moçambique. Corrida ao carvão cria problemas de direitos humanos, 17. August, abgerufen am 10.09.2013

[6] Violence Against Community Members (2013, Tete Province, Mozmbique) witnessed by JA! staff member Samuel Mondlane, Humberto Ossemane of KEPA, and Rui Vasconcelos of AAAJA.

[7] Mozambique (2004): Decree No. 45/2004 approving the Regulation on the Environmental Impact Assessment (EIA), abgerufen am 11.09.2013

[8] Justiça Ambiental (2013): A government without shame, a people without hope, 27. August, abgerufen am 11.09.2013

Case location
Moatize, Mozambique
Mozambique


Affected topics
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
  • Menschen- und Arbeitsrechte
  • Korruption
Affected norms and standards Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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