Glencore Xstrata: Umweltverschmutzung, Tintaya Kupfermine Peru

Die peruanische Ortschaft Espinar befindet sich in einem andauernd Konflikt mit der Kupfermine Tintaya von Xstrata.[1] Die Bevölkerung geht davon aus, dass die Mine das Wasser und den Boden mit Schwermetallen verseucht hat. Die Menschen glauben, dass diese Kontamination im Zusammenhang mit erhöhten Missbildungen bei ihren Nutztieren im Zusammenhang steht.[2] Mehrere Studien aus privater und öffentlicher Hand stellten in Wasser- und Bodenproben erhöhte Werte von Aluminium, Arsen, Kupfer, Eisen, Lithium und Mangan fest.[3] Eine behördliche Untersuchung von 12.500 Proben ergab, dass 2,2% dieser Proben schwer kontaminiert waren und bei 52.71% mindestens eine Bestimmungsgröße über den amtlichen Schwellenwerten lag.[4] In Reaktion auf diese Ergebnisse wies Xstrata auf die „natürliche Mineralisierung der Region“ hin.[5] Der Bürgermeister von Espinar, Oscar Mollohuanca, ist davon überzeugt, dass die Tintaya Mine für die Kontamination verantwortlich ist.[6] Proteste gegen die Mine endeten im Mai/Juni 2012 mit zwei Toten und mehreren Verletzten. Der Bürgermeister Mollohuanca wurde wegen Störung der öffentlichen Ordnung verhaftet, während Premierminister Oscar Valdes die Demonstranten als Extremisten bezeichnete und den Notstand für die Region ausrief. In diesen 30 Tagen wurden die grundlegenden Menschenrechte der Anwohner verletzt.[7]

Update Januar 2014:

Das Bergbauunternehmen Tintaya wurde zu einer Strafzahlung von 84.000 USD wegen Verschmutzung von Weideland nahe seiner Kupfermine verurteilt. Zudem hatte das Unternehmen den Behörden den Vorfall nicht gemeldet. Die Behörden stellten fest, dass die Belastung 1.800 Mal höher als das natürliche Vorkommen war. Tintaya behauptete dagegen, dass die erhöhten Kupferwerte eine normale Erscheinung seien. (Vgl. auch: El OEFA impone multa de 62 UIT a Xstrata Tintaya S.A. por infracciones ambientales en la Unidad Minera Tintaya, 02.01.2014) [8]

Update Juni 2015: 

Der Schweizer Bundesrat hält es für wichtig, wirklich unabhängige Untersuchungen über die Ursachen der Schwermetallbelastung des Wassers um die Mine Tintaya durchzuführen. Bisherige Studien seien zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen und hätten den sozialen Konflikt verschärft. Deshalb erklärte sich der Bundesrat bereit, eine weitere Studie zur Wasserqualität durch eine international anerkannte Organisation auf Basis wissenschaftlicher Methodik in Auftrag zu geben. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass alle Seiten die Ergebnisse anerkennen würden. Außerdem müsse die Peruanische Regierung zustimmen. [9]

 

[1] Multiwatch: Tintaya Peru, abgerufen am 3.9.2013

[2] canal5espinar: Videosammlung, abgerufen am 3.9.2013

[3] ejolt (2012): Environmental monitoring of Xstrata Tintaya copper mine in Cusco, Peru, 3. August, abgerufen am 3.9.2013

[4] La Republica (2013): Contaminación grave por minería en Espinar solo se detectó en el 2.2% de muestras de monitoreo, 13. Juni, abgerufen am 3.9.2013

[5] Xstrata Copper (2012): Letter to the Business & Human Rights Resource Centre, 21. August, abgerufen am 3.9.2013

[6] La Republica (2013): Alcalde de Espinar culpa a Xstrata de contaminación, 18. Juni, abgerufen am 3.9.2013

[7] Guardian (2012): Peru declares state of emergency after two killed in mining protests, 29. Mai, abgerufen am 3.9.2013

[8] Peru Support Group (2014): Xstrata Tintaya fined for pollution around mine, 14. Januar; abgerufen am 7.2.2014

[9] L´Assemblée fédérale – Le Parlement suisse (2015): Réponse du Conseil fédéral du 08.06.2015; abgerufen am 11.06.2015

 

Kommentare sind geschlossen.