Gazprom: Ölbohrungen in der Arktis

Neben Shell plant auch Gazprom, in der Arktis nach Öl zu bohren. Fossile Brennstoffe beschleunigen das Schmelzen der Eiskappen in der Arktis und weitere Ölvorkommen werden frei, die Energieunternehmen fördern wollen. Schätzungen zufolge liegen unter dem Eis Ölvorkommen von etwa 90 Milliarden Barrel.[1]

Greenpeace sieht Gazproms Pläne für Ölbohrungen als hohe Gefährdung für das fragile Ökosystem in der Arktis, weil das Unternehmen in den extremen klimatischen Bedingungen nicht angemessen auf ein Leck reagieren könne.[2] Um darauf aufmerksam zu machen und Gazprom an den Bohrungen zu hindern, organisierte Greenpeace mehrere Proteste. Am 19. September 2013 wurden 28 Greenpeace Aktivisten und zwei Journalisten auf ihrem Schiff Arctic Sunrise von der russischen Küstenwache verhaftet, obwohl sie vor Gazproms Prirazlomnaya  Ölplattform lediglich friedlich gegen Ölbohrungen protestierten.[3]  Die 30 Demonstranten wurden mehr als zwei Monate in Murmansk und St. Petersburg in Haft gehalten. Zunächst lautete die Anklage auf Piraterie, was mit einer Höchststrafe von 15 Jahren belegt werden kann. Später bewertete die russische Untersuchungsbehörde sie nur noch als Hooligans, wofür sieben Jahre Haftstrafe ausgesprochen werden können. Allerdings war zunächst unklar, ob die russische Regierung die Anklage auf Piraterie fallengelassen oder aber das Rowdytum dazugezählt hatte.[4]

Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg ordnete in einem Urteil an, dass Russland die Aktivsten gegen Kaution frei lassen müsse. Die Niederlande übernahmen die Kaution in Höhe von 3,6 Millionen Euro.[5] Im Dezember stimmte die russische Duma schließlich für eine Amnestie für die Aktivisten, mit der die Gerichtsverfahren fallen gelassen wurden.[6]

 

[1] Greenpeace: Save the Arctic, abgerufen am 04.11.2013

[2] Galkina, Anna (2013): Russian Roulette. International oil companies risk in the Russian Arctic, Greenpeace, Platform, ShareAction, abgerufen am 27.08.2013

[3] Greenpeace (2013): Piracy charge against Arctic activists ‚an assault on peaceful protest, 2. Oktober, abgerufen am  04.11.2013

[4] Greenpeace (2013): Russian Authorities fail to lift piracy charges against Arctic 30, 1. November, abgerufen am 04.11.2013

[5] Greenpeace (2013): Latest Updates from the Arctic Sunrise Activists, 29. November, abgerufen am 04.11.2013

[6] Greenpeace (2013): Good news on Christmas Day for Arctic 30, 25. Dezember, abgerufen am 24.02.2014

Case location
Pechora Sea, Russia
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Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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