Coca-Cola: Indien

Mit 56 Abfüllanlagen in Indien beherrscht Coca-Cola den dortigen Softdrink-Markt zu 95% und schreibt damit zweistellige Wachstumszahlen. Diese können Leben, Lebensraum und Dorfgemeinschaften zerstören. Coca-Cola wird vorgeworfen, verantwortlich für Wasserknappheit, Verschmutzung des Grundwassers und des Bodens und die Freisetzung von Giftmüll und Pestiziden zu sein.

Kritiker wie das India Resource Center geben an, dass sich diese Praxis verheerend auf ein Land auswirkt, in dem über 70% der Bevölkerung zur Sicherung ihres Lebensunterhalts von der Landwirtschaft abhängig sind. Nach Angaben von Coca-Cola benötigt der Konzern circa 2,6 Liter Wasser für jeden Liter Softdrink. 75% des Frischwassers werden in Abwasser umgewandelt. Die Abfüllanlagen leiten das Abwasser wahllos in umliegende Felder ab und verschmutzen dabei das verbleibende knappe Grundwasser und den Boden stark.

Einige von Coca-Colas größten Produktionsstätten liegen in Gebieten, die ohnehin von Wasserknappheit gezeichnet sind. Dort hat der Wasserverbrauch des Konzerns die Menge sauberen Trinkwassers stark verringert. Neuesten offiziellen Angaben zufolge ist der Grundwasserspiegel in der Kala Dera Region zwischen November 2009 und November 2010 um 3,6 Meter gesunken. In den 10 Jahren vor Coca-Colas Fabriken in Kala Dera (1990-2000) fiel der Grundwasserspiegel insgesamt um 3,94 Meter. In der Dekade, seit Coca-Cola in der Region agiert (2000 bis 2010) ist der Grundwasserspiegel hingegen um 25,35 Meter gefallen.[1]

Menschen in anderen Gegenden haben ganz ähnliche Probleme. Die meisten Bewohner von Mehndiganj, Nagepur, Benipur und den umliegenden Dörfern des Bundesstaates Uttar Pradesh halten Hindustan Coca-Cola Beverages Pvt Ltd. für den Wassermangel in ihrer Gegend verantwortlich. Von 1999 bis 2010 ist der Grundwasserspiegel in Mehdiganj um 7,9 Meter gesunken.[2] Dreiviertel der Brunnen des Gebiets sind ausgetrocknet. Die ständige Trockenheit kann dafür nicht Grund allein sein.

Die zentrale Umweltschutzbehörde (Central Pollution Control Board, CPCB) fand auch große Mengen von Blei, Kadmium und Chrom im Grundwasser. Hinweisschilder, die um die Brunnen und Handpumpen errichtet wurden, machen darauf aufmerksam, dass das Wasser nicht zum Trinken geeignet ist. Also müssen die Menschen immer öfter Wasser in abgefüllten Flaschen kaufen – oft das von Coca-Cola. Außerdem gibt es keine Langzeitstudien über die Negativeffekte, die die Giftstoffe hervorrufen können. Die Anwohner klagen schon über Hautkrankheiten und Ausschlag.

Coca-Cola wurde auch für seine Förderung von Wasserprojekten in Indien kritisiert, die vor allem als Imagestrategie gilt. Das Unternehmen hat über 4,2 Mrd. Euro für Marketingzwecke ausgegeben, allerdings nur 38 Mio. Euro für Schul- und Wasserprojekte, von denen sogar viele zu scheitern drohen.[3]

Case location
Uttar Pradesh, Indien
India


Affected topics
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
  • Menschen- und Arbeitsrechte
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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