Umweltverschmutzungen von Chevron in Ecuador

Zwischen 1964 und 1990 förderte Texaco Petroleum Co. Rohöl in Lago Agrio, im Amazonas von Ecuador. Die Konzessionen waren in dem Gebiet der beiden Flüsse Aguarico und Napo gelegen und galten für 1.500 Quadratmeilen. Als die Ölbohrungen 1990 beendet wurden und Texaco das Land verließ, wurde deutlich, dass der Boden und die Flüsse hochgradig mit Schwermetallen belastet waren, weil das Unternehmen seine Rückstände nicht sachgerecht, sondern in Flüssen und Erdlöchern entsorgt hatte. 1996 wurde der erste Prozess gegen Texaco angestrengt.

2001 übernahm Chevron das Unternehmen Texaco, wies jedoch die Zuständigkeit für die Vergangenheit seines neuen Tochterunternehmens von sich.

Weitere Verfahren beschäftigten sich mit dem Fall, wobei Chevron mal als Kläger und mal als Beklagter auftrat.

Im Februar 2011 verurteilte ein ecuadorianisches Gericht Chevron zu einer Strafzahlung von 8 Mrd. USD, um die schweren Umweltschäden auszugleichen, die Texaco zwischen 1964 und 1990 verursacht hatte.1  Chevron allerdings focht das Urteil an und weigerte sich die Zahlungen zu akzeptieren, weil es die juristische Integrität, Betrug und Fehlverhalten annahm.2

Ein Berufungsgericht verdoppelte die Strafzahlungen im Januar 2012 auf 18 Mrd. USD, weil Chevron sich geweigert hatte, eine offizielle Entschuldigung auszusprechen. Chevron seinerseits lehnte das Urteil weiterhin ab und verwies auf die “Politisierung und Korrumpierbarkeit der ecuadorianischen Gerichtsbarkeit“. Chevron sah das Urteil als eine politische Entscheidung an, die auf Betrug und Korruption basiere.

Der Obergerichtshof bestätigte im November 2013 wiederum das Urteil, aber verringerte die Strafzahlung auf 9,51 Mrd USD.

Chevron bemüht sich weiterhin um die Ausschöpfung von Rechtsmitteln außerhalb von Ecuador.

Update September 2015:
Im September 2015 nahm der bisher weltweit größte Umweltprozess wieder Fahrt auf: Ein kanadisches Berufungsgericht erklärte die Ansprüche von ecuadorianischen Indigenen und Kleinbauern auf Entschädigung für gültig und ermöglicht nun die Einklagung der Entschädigungssumme in Höhe von 9,5 Milliarden Dollar mittels des in Kanada angesiedelten Konzernvermögens.1

UPDATE Dezember 2015:

Es gibt eine neue Wendung im Chevron-Fall. Ein Kronzeuge gibt nun zu von Chevron bestochen worden zu sein. Der Hauptzeuge, ein ehemaliger Richter – Alberto Guerra, verstrickte sich in Lügen bei seinen Aussagen. Chevron bezahlte dem Kronzeugen eine riesige Summe, damit dieser gefälschte Beweise zugunsten von Chevron lieferte. Wie der Fall nun weiter geht bleibt zunächst noch unklar2.

  1. The judgement was based on Ecuadorian law such as the Código Civil, theCódigo de Salud, the Ley de Agua, but also on the Universal Declaration of Human Rights and the International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights.
  2. Download a summary of the plaintiff´s Final Argument. Highlightings by the Amazon Defense Coalition

  1. taz.de: Schlappe für Ölmulit Chevron, https://www.taz.de/Umweltschaeden-in-Ecuador/!5227295/, 08.09.2015, abgerufen am 09.09.2015 []
  2. greenpeace-magazin.de: Chevron-Prozess: Kronzeuge gesteht, dass er gelogen hat, https://www.greenpeace-magazin.de/nachrichtenarchiv/chevron-prozess-kronzeuge-gesteht-dass-er-gelogen-hat, 30.10.2015, aufgerufen am 07.12.2015 []

Kommentare sind geschlossen.