BAE Systems: Korruptionsvorwürfe

Im Zusammenhang mit Geschäften von BAE werden immer wieder Korruptionsvorwürfe laut. Beispielsweise wurde während des Al Yamamah- Deals ein „Schmiergeldfonds“ von mehreren Millionen Dollar eingerichtet, aus dem das Vergnügungsprogramm für Vertreter des Saudi Arabischen Regimes auf ihren Besuchen in Europa finanziert wurde. [1] Auf Druck von Tony Blair, derzeit Premierminister, und seinem Generalstaatsanwalt, musste die britische Behörde für Betrugsbekämpfung 2006 allerdings ihre Ermittlungen gegen BAE einstellen. [2]

2010 gab BAE zu, an einem Betrug der US Regierung beteiligt gewesen zu sein und akzeptierte Strafzahlungen in Höhe von 400 Millionen USD vom US Justizministerium. Ein britisches Gericht verurteilte BAE darüber hinaus zu Strafzahlungen von 30 Millionen Pfund für die umstrittenen Lieferungen von Radarausrüstungen an Tansania. [3]

In der Folge verurteilte das Außenministerium BAE im Mai 2011 schließlich zu Zahlungen von 79 Millionen USD für die Übertretung des Waffenexportgesetzes. Nur knapp entging BAE einem Ausschluss von zukünftigen Verträgen mit den USA. [4]

Nach Angaben des ehemaligen Bankers Terry Crawford-Browne waren Kreditvereinbarungen zwischen BAE und Barclays betrügerisch, und BAE zahlte Schmiergelder in Höhe von 115 Millionen Pfund um sich Rüstungsverträge zu sichern. [5]

BAE beauftragte das Woolf Committee für einen Bericht über ihre ethischen Richtlinien, um sein Image aufzubessern. Der Bericht beinhaltete jedoch, dass BAE daran „scheiterte, ethische Standards angemessen zu berücksichtigen“. [6] Der Vorsitzende Dick Olver erklärte dennoch auf der Jahreshauptversammlung 2013, dass BAE eines der „führenden und am stärksten ethisch engagierten Unternehmen“ sei. [7]

 [1] David Leigh and Rob Evans (2010): “BAE and the Saudis: How secret cash payments oiled £43bn arms deal”, The Guardian, 5. Februar, abgerufen am 11.09.2013

[2] David Leigh and Rob Evans (2007): “How Blair put pressure on Goldsmith to end BAE investigation”, The Guardian, 21. Dezember, abgerufen am 11.09.2013

[3] Leigh, D., & Evans, R. (2010): “BAE admits guilt over corrupt arms deals”, The Guardian, 6. Februar, abgerufen am 19.09.2013

[4] U.S. Department of State (2011): BAE Systems plc Enters Civil Settlement of Alleged Violations of the AECA and ITAR and Agrees to Civil Penalty of $79 million, 17. Mai, abgerufen am 11.09.2013

[5] 17.07.2012 SAPA (2012): Call to probe Barclays links to arms deal, 17. Juli, abgerufen am 11.09.2013

[6] Gray, S., Leigh, D., & Evans, R. (2008): “BAE paid too little heed to ethics, says report”. The Guardian, 6. Mai, abgerufen am 13.09.2013

[7] Campaign Against Arms Trade (2013): BAE Systems, abgerufen am 11.09.2013

Affected topics
  • Korruption
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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