Adidas: Verschleppte Abfindungen (PT Kizone, Indonesien)

Am 3. September 2010 stellte PT Kizone, eine Zulieferfabrik von adidas in Indonesien, die Zahlung von gesetzlich vorgeschriebenen Abfindungen an ehemaliger Arbeiter ein, die entlassen worden waren. Im Januar 2011 schloss die Fabrik vollständig, als der Besitzer aus Indonesien flüchete. 

Anfänglich hatte adidas erklärt, den Vertrag mit dem Zulieferer Mitte 2010 gelöst zu haben, und den Arbeitern von PT Kizone deshalb keine Kompensationszahlungen zu schulden. Nach heftiger Kritik und einer Studie des Indonesischen Arbeitsministerium musste adidas allerdings zugegeben, dass seine Produkte noch im November in der Fabrik hergestellt worden waren, drei Monate, nachdem die Rechte der Arbeiter verletzt worden waren [1]. adidas vertrat weiterhin den Standpunkt, den Arbeitern keine Abfindung zu schulden, obwohl mehrere Berechnungen zeigten, dass der Konzern 2.800 Arbeitern 1,8 Millionen USD schuldete. Erst als mehrere amerikanische Universitäten nach Studentenprotesten ihre Verträge mit adidas auflösten oder nicht verlängerten, einigte sich der Konzern im April 2013 mit den Arbeitern [2]. Zum Juni 2013 hatte adidas allerdings erst gut eine Million USD der Abfindungen an die Arbeiter ausgezahlt [3].

[1] Champagne, Jessica and Scott Nova (2012): WRC Update: Adidas‘ Relationship with PT Kizone, online available at: http://www.workersrights.org/university/memo/010512.html (abgerufen am 18.11.2013).

[2] Lai, Jonathan (2012): Rutgers University severs ties with Adidas over working conditions in Asia, online available at philly.com: http://articles.philly.com/2012-11-30/news/35437110_1_adidas-group-rutgers-president-rutgers-brand (abgerufen am 18.11.2013).

[3] Worker Rights Consortium (2013): WRC Factory Investigation: PT Kizone, online available at: http://workersrights.org/freports/PT%20Kizone.asp (abgerufen am 18.11.2013).

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