Immer mehr Finanzinstitute wenden sich von Investments in Nuklearwaffen produzierende Unternehmen ab

Bild: © ICAN

Die Legitimität der Atomwaffe als akzeptable Sicherheitsstrategie nimmt weiter ab. Eine neue Studie, die von der NGO PAX zusammen mit der Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) veröffentlicht wurde zeigt, dass immer weniger Finanzinstitute Atomwaffenhersteller finanzieren. Gleichzeitig unterzeichnen und ratifizieren immer mehr Staaten den internationaler Atomwaffenverbotsvertrag, der 2017 angenommen wurde. Es gibt jedoch noch immer neun Länder,[1] die über Atombomben verfügen und die unglaubliche Summen für die Modernisierung ihrer Arsenale ausgeben. Die USA zum Beispiel werden in den kommenden 30 Jahren 100.000 US-Dollar pro Minute dafür ausgeben. Und es sind oft kommerzielle Unternehmen, die davon profitieren, indem sie Verträge zur Durchführung dieser Modernisierungspläne abschließen.[2]

In dem „Don’t Bank on the Bomb“ Bericht werden 77 Banken, Pensionsfonds, Versicherungsunternehemen und andere Finanzinstitute vorgestellt, die nicht in Kernwaffenhersteller investieren. Der Bericht zeigt, dass 36 Institutionen, darunter die deutsche Bank für Kirche und Caritas, über eine Richtlinie verfügen, die jede finanzielle Beteiligung an kernwaffenproduzierenden Unternehmen verhindert. Der Bericht stellt zudem 41 Finanzinstitute weitere Finanzdienstleister vor, darunter die Commerzbank und die Deutsche Bank, deren Richtlinie eine oder mehrere Lücken aufweisen und die möglicherweise noch in Kernwaffenhersteller investieren. Die Deutsche Bank z.B. schließt nicht alle Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen aus, die an der Herstellung von Kernwaffen beteiligt sind. Darüber hinaus gilt die Richtlinie der Commerzbank, sich nicht an Transaktionen im Zusammenhang mit Kernwaffen zu beteiligen, nicht für passiv verwaltete Fonds. Zudem erlaubt die Commerzbank Investitionen in Unternehmen, die Atomwaffen herstellen, wenn diese Tätigkeit nur einen kleinen Teil des Umsatzes der Gesellschaft ausmacht. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank sind in mehrere Unternehmen investiert, die in der Nuklearindustrie tätig sind.

Die Deutsche Bank und die Commerzbank setzen sich mit diesem Investment Reputationsrisiken aus. Atomwaffen sind Massenvernichtungswaffen und darauf ausgerichtet, katastrophales Leid zu verursachen, ganze Städte und deren Bevölkerung komplett auszulöschen. Sie stellen keine Lösung für aktuelle globale Probleme dar, sondern sind eine Bedrohung für die gesamte Menschheit. Banken sollten nicht in Unternehmen investieren, die solche Waffen produzieren. Vielmehr kommt dem Finanzsektor eine wichtige Rolle bei der Beendigung des gefährlichen nuklearen Wettrüstens zu: Durch die Veräußerung von Nuklearwaffenherstellern können Finanzinstitute es diesen Unternehmen erschweren, auf dem Kapitalmarkt die notwendigen Mittel für die Instandhaltung, Prüfung und Modernisierung von Kernwaffen zu generieren.

 

Facing Finance ist Teil der Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), ein globales Bündnis von über 450 Organisationen in 100 Länder, welches in 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Der Bericht „Don’t Bank on the Bomb: Beyond the Bomb“ downloaden.

 

[1] China, Frankreich, Indien, Israel, Nordkorea, Pakistan, Russland, Großbritannien und die USA.

[2] Der Bericht „Producing Mass Destruction. Private companies and the nuclear weapon industry“ von PAX and ICAN aus dem Jahr 2019 deckt die Beteiligung des Privatsektors an der Herstellung von Schlüsselkomponenten von Kernwaffen auf: https://www.dontbankonthebomb.com/wp-content/uploads/2019/05/2019_Producers-Report-FINAL.pdf

Recent Related Posts

Kommentare sind geschlossen.