Microsoft-Chef Brad Smith warnt vor Killerrobotern und fordert digitale Verbotskonvention

Bild: © Stephen Brown / Pixabay

Laut Smith wirft die rasante technologische Entwicklung eine Vielzahl neuer ethischer Fragen auf, die von den Regierungen dringend berücksichtigt werden müssen. Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend für militärische Anwendungen eingesetzt, da sie den Vorteil hat, Soldaten durch Maschinen zu ersetzen. Kriege, die jedoch vollständig von Robotern auf Schlachtfeldern geführt werden könnten, würden die Hemmschwelle krieg zu führen senken und damit die Wahrscheinlichkeit von Konflikten erheblich erhöhen. Der Wettlauf um die Militarisierung der KI „wird sich letztendlich viele Länder erfassen“, so Smith. Bereits die USA, China, Großbritannien, Russland, Israel und Südkorea entwickeln Waffensysteme mit einem hohen Maß an Autonomie in den kritischen Funktionen der Auswahl und Bekämpfung von Zielen. Jedoch sei immer noch unklar, wer für Todesfälle oder Verletzungen durch eine autonome Waffe verantwortlich ist – der Hersteller, Entwickler, Kommandant oder das Gerät selbst?

Viele Expert*innen verlangen, dass Killerroboter unter keinen Umständen selbst eine Kampfentscheidung treffen dürfen, insbesondere nicht über Leben und Tod. Obwohl die KI Empfehlungen abgeben kann, muss die endgültige Entscheidung immer von einem Menschen getroffen werden.

Smith fordert, dass die Weltmächte über ein neues internationales Abkommen verhandeln müssen, das den Einsatz von KI regeln soll. „Die Sicherheit der Zivilbevölkerung ist heute gefährdet. Wir brauchen dringend Maßnahmen, und wir brauchen sie in Form einer digitalen Genfer Konvention, Regeln zum Schutz von Zivilisten und Soldaten.“

Bei der Veröffentlichung seines neuen Buches „Tools and Weapons“ sprach Smith auch über die Notwendigkeit für strengere internationale Regeln für den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien, um die Bürger*innen vor möglichem Missbrauch zu schützen.

Die Technologie zur Entwicklung tödlicher autonomer Waffen steht vor einer wachsenden öffentlichen Gegenbewegung. Zahlreiche Unternehmen, darunter Tausende von Google-MitarbeiterInnen, haben sich verpflichtet, keine KI für den Einsatz in Waffen zu entwickeln.

Im vergangenen Monat warnte ein Bericht der niederländischen NGO PAX davor, dass auch große Technologieunternehmen die Welt durch die Entwicklung von Killerrobotern gefährden könnten. Microsoft und Amazon wurden als die weltweit risikoreichsten Unternehmen genannt.

Die internationale Kampagne für ein Verbot von Killerrobotern hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt und umfasst 113 NGOs in 57 Ländern. In Deutschland wir die Kampagne von Facing Finance koordiniert.

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