Waffenverkäufe der Top 100 Rüstungsunternehmen steigen im dritten Jahr in Folge auf Rekordniveau

Multimission UGV Rheinmetall Bild: © Facing Finance 2017

Der Jahresbericht 2018 des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) zeigt, dass die Waffenverkäufe der Top 100 Rüstungsunternehmen im dritten Jahr in Folge gestiegen sind. Das Wachstum betrug 2,5% im Vergleich zum Vorjahr 2016 und bringt den Gesamtwert der Waffenverkäufe auf $398,2 Mrd. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 2002 stiegen die Waffenverkäufe der Top 100 Rüstungsunternehmen damit um 44% an.

Größter Waffenproduzent waren auch 2017 die USA mit 57% der Gesamteinnahmen, diesmal gefolgt von Russland mit 9,5% und Großbritannien mit 9%. Damit ist Großbritannien wieder größter Waffenproduzent Europas. Deutschland findet sich mit 2,1% der Gesamteinnahmen auf Platz 8. China wurde wegen schlechter Datenverfügbarkeit nicht in die Analyse mit aufgenommen.

42 der 100 betrachteten Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in den USA und führen auch finanziell die Top 100 an. Größter Produzent weltweit bleibt Lockheed Martin mit einem gesamten Waffenverkauf im Wert von $44,9 Mrd, ein Anstieg um 8,3% im Vergleich zu 2016.

Die Top 10 der Rüstungsunternehmen sind: Lockheed Martin Copr., Boeing, Raytheon, BAE Systems, Northrop Grumman Corp., General Dynamics Corp., Airbus Group, Thales, Leonardo und Almaz-Antey.

Mit dem russischen Rüstungsunternehmen Almaz-Antey ist zum ersten Mal ein russisches Unternehmen in der Top 10 zu finden.

Deutschlands vier größte Rüstungsunternehmen Rheinmetall, ThyssenKrupp, Krauss-Maffei Wegmann und Hensoldt sind auf den Plätzen 25, 53, 56 und 74 zu finden. Die deutschen Rüstungsunternehmen verbuchten ein Plus von 10% auf insgesamt $8,3 Mrd. Der größte Zuwachs konnte bei Krauss-Maffei Wegmann beobachtet werden. Mit 61% war es auch der größte Zuwachs der gesamten Top 100. Das Wachstum von Krauss-Maffei Wegmann ist hauptsächlich auf Lieferungen von gepanzerten Fahrzeugen und Panzern nach Qatar zurück zu führen.

Facing Finance und urgewald hatten vor wenigen Wochen mit dem Bericht „Dirty Profits- unser Geld für Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete“ die umfassenden Investitionen in und Kreditvergaben an Rüstungsunternehmen, insbesondere an solche, die Waffen an Staaten verkaufen, die im Krieg in Jemen involviert sind, verurteilt. Der Bericht dokumentiert, dass viele Großbanken und Vermögensverwalter sich an der Kreditvergabe an diese Unternehmen beteiligen und die Richtlinien der Finanzbranche solche Rüstungsfirmen meist nicht ausschließen.

Vor dem Hintergrund der immer steigenden Waffenverkäufe fordern Facing Finance und urgewald keine Kredite an Rüstungsexporteure in Kriegs- und Krisengebiete zu vergeben, Verantwortung zu übernehmen und strengere Richtlinien hierfür zu installieren.

 

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