Pressemitteilung – NACHGEHAKT: Zum Wohle der Menschheit! – Nobelpreisstiftung belohnt Preisträger nach wie vor mit Profiten aus verantwortungslosen und nicht-nachhaltigen Investments und verstößt damit gegen eigene Richtlinien

Nobel Prize medal inscribed to F. G. Banting © Flickr, Thomas Fisher Rare Book Library, UofT CC BY 2.0 Bild: © Thomas Fisher Rare Book Library, UofT [CC BY 2.0] - Flickr

Berlin – 10.12.2018.  Als im vergangenen Jahr die Berliner NGO Facing Finance zusammen mit Framtiden aus Norwegen aufdeckte, dass das Preisgeld (925.000 €) für den Friedensnobelpreis für die Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen ausgerechnet auch aus Investments in deren Hersteller stammt, gelobte die Nobelpreisstiftung Besserung.

Eine aktuelle Recherche von Facing Finance belegt nun, dass die Nobelpreisstiftung diesem Versprechen nur teilweise nachgekommen ist. Dem aktuellen Jahresbericht 2017 der Stiftung ist zu entnehmen, dass diese u.a. Anteile am Investmentfond IPM Europe Equity Fund hält, der Anfang Oktober 2018 laut der Wirtschaftsdatenbank Thomson Eikon in Atomwaffen-hersteller wie BAE Systems, Safran oder Airbus investiert war. Auch der Halbjahresbericht vom Juni 2018 des IPM Fonds weist ein Investment in den Atomwaffenhersteller Thales aus. Ähnliches gilt für den holländischen Alpinvest Secondaries Fund VI, der massiv in den Atomwaffenhersteller AIRBUS investiert ist und den Hedgefonds TWO SIGMA INVESTMENTS, zu dessen TOP-Holdings die Atomwaffenhersteller Lockheed Martin, Boeing und Honeywell gehören.

Zudem hält der Fond zahlreiche Anteile an weiteren Rüstungsunternehmen, die u.a. jüngst durch (Zulieferungen für) Exporte in Kriegs- und Krisenregionen aufgefallen sind wie z.B. Rheinmetall, Dassault, MTU, Rolls Royce oder ThyssenKrupp.

Auffällig auch die massiven Investments in klimaschädliche Kohle und Öl-Unternehmen wie z.B. Shell, BP, RWE, Glencore, Anglo American oder BHP Billiton.

Diese Investments stehen im klaren Widerspruch zu den Grundsätzen der Stiftung, die angibt guten ethischen Grundsätzen zu folgen und einen Beitrag zu einer langfristigen, nachhaltigen globalen Entwicklung leisten zu wollen. Die Stiftung erklärt ausdrücklich, sie möchte nicht in Unternehmen investieren, die Kernwaffen produzieren oder Unternehmen, bei denen ein erheblicher Teil des Umsatzes aus der Kohleexploration oder der Kohleverstromung stammt.

„Nobelpreise werden an diejenigen verliehen, die mit ihrem Handeln der Menschheit größten Nutzen erweisen und dürfen deshalb nicht mit Preisgeldern belohnt werden, die sich aus Geschäftsmodellen speisen, die Hauptfluchtursachen zu verantworten haben und zur Zerstörung unseres Planeten beitragen“, kritisiert Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand von Facing Finance

Facing Finance ist u.a. Mitglied der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Kampagnen gegen Atomwaffen (ICAN) und Antipersonenminen (ICBL).

Mehr Informationen auf www.facing-finance.org
NACHFRAGEN UND INTERVIEWS:

Thomas Küchenmeister, Geschäftsführender Vorstand Facing Finance, 0175 – 49 64 082

TV Beitrag ARD Morgenmagazin

Quellen

https://youtu.be/bvMrTTXxqpM?t=12

Die Finanzdaten stammen aus der Thomson EIKON Database, Abfrage 7.10.2018.

Halbjahresbericht IPM Europe Fond

AlpInvest Secondaries Fund VI C.V., TOP Holdings

https://www.holdingschannel.com/13f/two-sigma-investments-lp-top-holdings/

https://www.nobelprize.org/new-translation-of-alfred-nobels-will/

https://www.nobelprize.org/uploads/2018/07/guidelines_investments_18.pdf

https://assets.nobelprize.org/uploads/2018/07/annual_report_17.pdf

https://www.dontbankonthebomb.com/eads/

https://www.dontbankonthebomb.com/nuclear-weapon-producers/

http://www.morningstar.de/de/funds/snapshot/snapshot.aspx?id=F0000008ZO&tab=14&DocumentId=33e47ce861af4c690625fdf9d2a3ce7a&Format=PDF

https://www.euronews.com/2017/10/20/nobel-peace-prize-invests-in-nuclear-weapon-companies

https://www.france24.com/en/20171027-nobel-prize-money-will-no-longer-be-invested-nuclear-weapons

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