Raus aus den RWE-Aktien!

RWE-Bagger im Tagebau Hambach von Arthur Konze- Eigenes Werk CC BY-SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=72100401 Bild: © Arthur Konze [CC BY-SA 4.0] - Wikimedia

Es scheint, als sei das Ende des Kohlezeitalters gekommen. Die deutsche Kohlekommission sucht nach einem Weg bis 2030 aus der Kohle auszusteigen, um die Abmachungen des Pariser Klimaabkommens doch noch einhalten zu können. Vorreiter des nachhaltigen Investments, wie der norwegische Pensionsfonds, haben Kohle bereits aus ihrem Anlageuniversum verbannt. Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch und in diesem Jahr wurde hier bereits genug Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen, um alle Haushalte in Deutschland für ein ganzes Jahr zu versorgen.

Die politischen und die technologischen Veränderungen deuten klar in eine Richtung weg von der Kohle. So warnt die Initiative Carbon Tracker vor der Kohlenstoffblase und sogenannten „stranded assets“. Beides entsteht dadurch, das Energieunternehmen unter Einbeziehung der schon in ihrem Besitz befindlichen Kohle- und Ölvorräten bewertet werden. Sollte die Politik es aber ernst meinen mit der Einhaltung des Pariser Klimaabkommens, müssen viele dieser Vorräte im Boden verbleiben und werden zu „stranded assets“, also verlorenen Vermögenswerten. Somit führen Aktien der Kohleunternehmen, die mitverantwortlich sind für den Klimawandel, nicht nur zu einem ethisch-ökologischen Konflikt, sondern auch zu einem ökonomischen Risiko.

Ein gutes Bespiel dafür sind die Aktien des Energieunternehmens RWE.

RWE ist einer der größten Energieversorger in Deutschland und setzt weiter auf die Energiegewinnung aus Kohle. Nachdem sich im Herbst viele tausend Menschen zu einem großen Protest zusammengeschlossen hatten, um den Hambacher Forst vor der Zerstörung durch RWE zur Erweiterung des Braunkohleabbaus zu schützen, und die Rodung von Gericht gestoppt wurde, stürzten die Aktien ab.

Dieser Erfolg für die den Kampf für Klimagerechtigkeit und gegen die fossilen Brennstoffe bedeutet ein finanzielles Risiko für alle, die an Aktien von Kohleunternehmen festhalten. Und so wie es aussieht, bleibt das nicht der letzte Erfolg gegen die fossilen Brennstoffe und somit die Zerstörung des Klimas. Die steigende Bepreisung von CO2 wird für Investoren zur Gefahr und wird zu einer Abkehr von Unternehmen führen, die weiter auf die Energiegewinnung aus Kohle setzen.

Auch der CEO des milliardenschweren norwegischen Pensionsfonds Storebrand warnt vor Risiken, die aus Investitionen in Kohle entstehen. Der norwegische Pensionsfond gilt als Vorreiter in Sachen klimafreundliche Geldanlagen und baut den Fond ohne fossile Brennstoffe auf. Er fordert auch andere Investoren auf, sich die Risiken bewusst zu machen. Um die Investitionsrisiken richtig einschätzen zu können ist es wichtig, sich die genauen Umsätze durch Kohle anzusehen. Ein neues Portal der Carbon Tracker Initiative, das im Dezember diesen Jahres online gehen soll, kann dabei helfen aufzuzeigen, wie rentabel Kohlekraftwerke und damit Investitionen in Unternehmen der Kohlewirtschaft, wirklich sind.

Um in Zukunft besser gegen finanzielle Verluste gewappnet zu sein, ist eine genaue Betrachtung der politischen und technologischen Veränderungen nötig und ein Ausstieg aus Unternehmen, die weiter an Kohle festhalten, die einzige Option.

 

Quelle: https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/kritik-an-kohlewirtschaft-rwe-aktien-sind-riskant-so-schnell-wie-moeglich-abstossen/23219036.html

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