Milliarden für fragwürdige Aktivitäten des Rohstoffkonzerns Glencore

Aachen / Berlin – 17.05.2017 – Anlässlich der Aktionärsversammlung der Deutschen Bank am kommenden Donnerstag veröffentlichen Facing Finance und MISEREOR heute gemeinsam mit dem lateinamerikanischen Netzwerk Red Sombra Observadores de Glencore eine Studie mit dem Titel „Fragwürdige Unternehmenstätigkeiten des Schweizer Bergbauriesen Glencore und die Verantwortung deutscher Banken„.  Der Studie zufolge stellten deutsche Banken seit 2013 fast 8 Milliarden Euro für den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore bereit, obwohl dem Unternehmen in zahlreichen Fällen gravierende Verstöße gegen soziale und ökologische Standards vorgeworfen werden.

Gemäß den 2011 verabschiedeten UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte tragen nicht nur Glencore und Regierungen eine Verantwortung für die Wahrung der Menschenrechte, sondern auch die Banken, die Glencore finanzieren. Partnerorganisationen von Misereor in Lateinamerika werfen deutschen Banken vor, dass sie dieser menschenrechtlichen Verantwortung nicht nachkommen: „Das Wasser im Umfeld der Glencore-Mine in Espinar ist hochgradig mit Schwermetallen verseucht, die Menschen haben Arsen, Blei, Kadmium und andere toxische Substanzen im Körper. Ihre Gesundheit ist massiv gefährdet“ sagt Jaime Borda von der peruanischen Menschenrechtsorganisation Derechos Humanos sin Fronteras.

Die Deutsche Bank leistete mit Krediten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro den größten Beitrag. Aber auch andere Banken wie die in Staatsbesitz befindliche KfW-Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und die Landesbank Baden-Württemberg sowie die Commerzbank unterstützten Glencore bei der Kapitalbeschaffung. „Obwohl über die zahlreichen Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen und der Zerstörung des Lebensraums in Lateinamerika und Afrika auch in den hiesigen Medien immer wieder berichtet wurde, haben deutsche Banken sich wiederholt an Refinanzierungen der bestehenden Kreditlinien beteiligt und pflegen damit zum Teil seit Jahren eine kontinuierliche Geschäftsbeziehung mit Glencore. Das ist nicht zu verstehen“, kritisiert Heinrich Oelers, Leiter der Abteilung Lateinamerika bei Misereor. „Banken müssen verpflichtet werden, ihre Finanzierungen an menschenrechtliche, soziale und ökologische Mindeststandards zu koppeln und die Einhaltung zu überprüfen.“

Medienkontakte:

Thomas Küchenmeister, Geschäftsführender Vorstand Facing Finance, 0175 – 49 64 082
Sarah Guhr, Facing Finance, 0151 – 43 62 13 14
Johanna Sydow, Misereor, Tel. 0176 – 47 32 67 55

Für Interviewmöglichkeiten stehen Ihnen um 8:30 Uhr vor der morgigen Hauptversammlung der Deutschen Bank VertreterInnen von Facing Finance, Misereor und des NGO-Netzwerkes Red Sombra Observadores de Glencore aus Bolivien und Peru zur Verfügung. Sie werden unter anderem eine Stellungnahme von der Deutschen Bank bei der Hauptversammlung einfordern.

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