Peruanischer Landwirt bei Demonstrationen gegen MMG‘s Kupfermine „Las Bambas“ getötet

Bei Protesten gegen die vom chinesischen Bergbauunternehmen MMG betriebene Kupfermine „Las Bambas“ in der peruanischen Region Apurímac, die Anfang dieses Jahres offiziell den Betrieb aufnahm,1 wurde am 14. Oktober 2016 ein an der Demonstration beteiligter Landwirt erschossen.2

Das Tochterunternehmen des chinesischen Staatsbetriebs Minmetals Corporation erwarb die Mine im April 2014 vom Rohstoffgiganten Glencore Xstrata – einem Zusammenschluss der Bergbaukonzerne Xstrata und Glencore, der im Frühjahr 2013 erfolgte3 und dem die chinesischen Regulierungsbehörden nur unter der Auflage, die Kupfermine „Las Bambas“ zu veräußern, ihre Zustimmung erteilten.4 Xstrata hatte die Schürfrechte an der Kupfermine in einem öffentlichen Verfahren vom peruanischen Staat im August 2004 ersteigert.5

Nach Angaben des Kongressabgeordneten Arce, der die Region Apurímac politisch repräsentiert, richteten sich die Proteste der Demonstrierenden gegen die hohe Staub- und Lärmbelastung, die durch den Transport der Kupferkonzentrate der Mine verursacht werden.6 Ausgelöst wurde der tödliche Schuss vermutlich bei Versuchen der peruanischen Polizei, die Blockade einer der Zufahrtswege zur Mine durch mehr als 200 Demonstrierende aufzulösen, die zu heftigen Zusammenstößen mit den Aktivisten führten.7

Bereits im vergangenen Jahr kam es zu Streiks gegen MMG, bei denen vier Menschen ums Leben kamen und mehr als 16 schwer verletzt wurden.8 Auch FACING FINANCE berichtete von den tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften und protestierenden Einheimischen.9 Die Unzufriedenheit der Demonstrierenden ist vor allem in ihren Bedenken über soziale und ökologische Auswirkungen des Minenprojekts begründet, sowie der Tatsache, dass MMG unvermittelt Veränderungen an bereits beschlossenen Projektvorhaben, die auf die Umweltverträglichkeit des Projekts abstellen, vorgenommen hat.10

Die geplanten Umweltschutzvorhaben, die noch von Xstrata initiiert wurden, ebneten den Weg für den Abschluss der für den Bau der Kupfermine zu durchlaufenden Genehmigungsverfahren.11 Im Jahr 2011 erhielt das größte Minenprojekt Perus die Betriebsbewilligung vom peruanischen Bergbauministerium.4 Begleitet wurde der Bauprozess von heftigen Protesten.12


  1. Peru Reports, Artikel vom 18.01.2016, abgerufen am 27.10.2016 []
  2. Reuters Africa, Artikel vom 15.10.2016, abgerufen am 27.10.2016 []
  3. GlencoreXstrata, Pressemeldung vom 13.04.2014, abgerufen am 01.11.2016 []
  4. Neue Zürcher Zeitung, Artikel vom 14.04.2014, abgerufen am 01.11.2016 [] []
  5. Xstrata, Pressemeldung vom 25.01.2013, abgerufen am 01.11.2016 []
  6. MINING.com, Artikel vom 17.10.2016, abgerufen am 27.10.2016 []
  7. Peru Reports, Artikel vom 15.10.2016, abgerufen am 27.10.2016 []
  8. MMG, Beitrag vom 30.09.2015, abgerufen am 27.10.2016 []
  9. FACING FINANCE, Beitrag vom 15.10.2015, abgerufen am 27.10.2016 []
  10. Diálogo Chino, Artikel vom 06.07.2015, abgerufen am 27.10.2016 []
  11. Xstrata, Pressemeldung vom 08.03.2011, abgerufen am 01.11.2016 []
  12. Reuters, Artikel vom 28.05.2012, abgerufen am 02.11.2016 []
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