Beteiligung des Finanzsektors an Menschenrechtsverletzungen in australischen Asylbewerberheimen

Blick in das Manus Island Detention Centre, Quelle: Wikipedia Bild: © DIAC images [CC BY 2.0] - Wikimedia

Ein neuer Bericht, veröffentlicht vom Human Rights Law Centre und seinen Partnern, zeigt das Ausmaß der Beteiligung des Finanzsektors an Unternehmen, die in Menschenrechtsverletzungen in Australiens ausgelagerten Asylbewerberheimen (offshore detention centres, kurz ODCs) verwickelt sind.

Der Bericht verweist insbesondere auf die Firma Ferrovial, ein globales Dienstleistungsunternehmen. Ferrovial übernahm Broadspectrum im Mai 2016, trotz der Kenntnis, dass diese Firma maßgeblich für Menschenrechtsverletzungen in den Lagern verantwortlich war. Broadspectrum betreibt sowohl das Flüchtlingslager auf Nauru als auch das Flüchtlingslager auf Manu. Im November 2015 hat ein Expertenbericht erschreckende Details dort begangener Menschenrechtsverletzungen veröffentlicht, darunter Schläge, Gewalt, sexueller Missbrauch, willkürliche Inhaftierung auf unbestimmte Zeit und daraus resultierende schwere psychische und physische Folgen für Asylbewerber und Flüchtlinge.

Der Bericht des Human Rights Law Centre untersucht die Finanzinstitutionen, die mit Ferrovial in Verbindung stehen, und zeigt, dass eine Reihe von Banken trotz der dokumentierten Menschenrechtsverletzungen in Ferrovial investiert haben. Unter diesen Finanzinstituten befinden sich auch Deutsche Asset and Wealth Management, Deutsche Investment Management America, Deutsche Asset Management Investment, JP Morgen Asset Management U.K. Limited, Royal London Asset Management sowie Columbia Threadneedle Investment. Am 26. Februar hatte ein Konsortium von 22 Banken einen Kredit an Ferrovial in Höhe von 1,25 Mrd.€ finanziert. Auch an diesem Konsortium waren europäische Banken beteiligt, darunter die Deutsche Bank, HSBC und BNP Paribas.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass „Ferrovials Geldgeber, die die Übernahme von Broadspectrum direkt finanziert haben, oder die Ferrovial allgemeine Unternehmenskredite zur Verfügung gestellt haben, angesichts der überwältigenden Beweise für schwere und systematische Menschenrechtsverletzungen in den ODCs und dem begrenzten Vermögen der Geldgeber oder Ferrovial den Schaden zu mindern, ihre Beziehung mit Ferrovial beenden sollten und eine öffentliche Erklärung zu dieser Entscheidung abgeben sollten.“

Der vollständige Bericht ist unter folgendem Link zu finden: http://hrlc.org.au/wp-content/uploads/2016/07/Association_with_Abuse.pdf

Mehr Informationen gibt es auch in der Banktrack database.

Recent Related Posts

Kommentare sind geschlossen.