Divestment: Münster zieht Kapital aus klimaschädlichen Industrien ab

Als erste deutsche Stadt hat Münster beschlossen öffentliches Kapital aus klimaschädlichen Industrien abzuziehen. Der Finanz- und Hauptausschuss des Stadtrates legte am 4.11. fest, dass zwei städtische Fonds ab 2016 nicht mehr in die Gas-, Öl- und Kohleindustrie investieren dürfen. Der Antrag dazu stammte von den Grünen und der SPD1. Die Stadt begründete ihr Entscheidung für ein Divestment damit, dass Investitionen in Kohle, Gas und Öl nicht mit Zielen des Klimaschutzes zu vereinbaren sind und zudem ein finanzielles Risiko tragen2. Zudem wird sich Münster nicht mehr an Unternehmen beteiligen, die Atomenergie erzeugen und die umstrittene Erdgas-Fördermethode Fracking betreiben.Ebensowenig soll künftig Geld in Unternehmen fließen, die Kinderarbeit zulassen, Kriegswaffen herstellen oder Pflanzen gentechnisch verändern. Betroffen sind zwei Fonds, in denen rund 30 Millionen Euro städtischen Geldes angelegt sind. Diese Fonds müssen nun Aktien von RWE sowie von OVM und Enel verkaufen1.

Münster ist damit die erste Stadt in Deutschland, die sich der weltweiten Divestment-Bewegung anschließt. Deutschlandweit gibt es bereits mehrere Kampagnen, die dafür werben, dass öffentliches Geld unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten angelegt wird . In anderen Ländern wie beispielsweise Norwegen hat der Kapitalabzug schon weitaus mehr Anklang gefunden. Die Mehrheit von Divestment- Aktivitäten finden jedoch in den USA statt1.


  1. taz.de: Münster will RWE-Aktien verkaufen, http://www.taz.de/Divestment-in-Deutschland/!5248733/, 04.11.2015, aufgerufen am 09.11.2015 [] [] []
  2. gofossilfree.org: Münster: Deutschlands erste Stadt wird Fossil Free, http://gofossilfree.org/de/munster-deutschlands-erste-stadt-wird-fossil-free/, 04.11.2015, aufgerufen am 09.11.2015 []
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