Schlechte Arbeitsbedingungen bei Textil-Zulieferern von UNIQLO in China

Update Februar 2015:
Die Fast Retailing AG zieht Konsequenzen aus der öffentlichen Debatte um die schlechten Arbeitsbedingungen in seinen chinesischen Zulieferbetrieben. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen Pläne vorgelegt, nach denen die Arbeitsbedingungen verbessert werden sollen. Teil des Konzepts sind regelmäßige, unangekündigte Kontrollen der Fabriken und Gespräche mit Mitarbeitern. Darüber hinaus soll durch Schulungen für das Management und die Mitarbeiter die Kommunikation in den einzelnen Betrieben verbessert werden.
Für die Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen ist ein Jahr angesetzt, auch NGOs sollen an dem Prozess beteiligt werden.1

UNIQLO ist eine Marke der Fast Retailing AG, die vor allem in Japan, aber auch weltweit präsent ist, u.a. in Frankreich, Deutschland und Großbritannien2,3. Die nonprofit Organisation SACOM aus Hongkong fordert das Unternehmen in ihrer jüngste Studie dazu auf, die Arbeitsbedingungen bei ihren chinesischen Zulieferbetrieben maßgeblich zu verbessern4 ).

Aus der aktuellen Studie von SACOM wird die Notwendigkeit für eine umgehende Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern Pacific Textiles Ltd. und Dongguan Luen Thai Garment Co. Ltd. Ersichtlich.5

Mehrarbeit in den Textilfabriken ist die Regel. Im Durchschnitt beträgt die tägliche Arbeitszeit, 13 – 14 Stunden, mit einer Produktivitätsquote von ca. 900 Teilen je Mitarbeiter_in. In einer vertraglichen Zusatzvereinbarung werden manche Mitarbeiter verpflichtet, monatliche Mehrarbeit von 119,5 Stunden zu leisten. Gesetzlich zugelassen sind gemäß Artikel 41 des Arbeitsrechts jedoch lediglich 36 Mehrarbeitsstunden im Monat. Überstunden an Wochenenden werden zudem nicht angemessen vergütet.5

Hohe Innentemperaturen, mangelnde Installationen von Ventilatoren, schmutziges Abwasser in den Gängen, unerträgliche Gerüche sowie undichte Stellen in der Elektrizitätszufuhr stellen eine hohe Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter_innen dar.5

Das Management setzt auf häufige Bestrafungen. Um die Produktqualität sicherzustellen und die Mitarbeiter_innen zu kontrollieren, werden unverhältnismäßige Bußgelder verhängt. Bestrafungen der Mitarbeiter_innen sind im Arbeitsrecht allerdings nicht vorgesehen.5

Die Mitarbeiter_innen haben keine Möglichkeit, ihre Interessen zu verteidigen. Gewerkschaften sind entweder durch das Management kontrolliert oder gar nicht erst etabliert.5

SACOM fordert die Fast Retailling AG in aller Deutlichkeit auf, für Transparenz Sorge zu tragen und zumutbare Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern durchzusetzen.5


  1. http://www.fastretailing.com/eng/csr/news/1502181300.html (aufgerufen am 09.03.2015) []
  2. Uniqlo):http://www.uniqlo.com/de/corp/group.html (aufgerufen 19/01/2015) []
  3. Fast Retailing):http://www.fastretailing.com/eng/about/company (aufgerufen 19/01/2015) []
  4. SACOM): (http://sacom.hk/statement-clean-clothes-from-uniqlo-now-uniqlo-should-improve-the-working-conditions-of-the-suppliers-in-china-immediately/ (aufgerufen 19/01/2015 []
  5. SACOM): (http://sacom.hk/statement-clean-clothes-from-uniqlo-now-uniqlo-should-improve-the-working-conditions-of-the-suppliers-in-china-immediately/ (aufgerufen 19/01/2015) [] [] [] [] [] []
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