Weitere milliardenschwere Klagen gegen die Deutsche Bank

Im März 2014 berichtete Facing Finance bereits über die Goldpreismanipulationen der LBMA (London Bullion Market Association), welche aus den fünf internationalen Großbanken Barclays, HSBC, Société Générale, der Bank of Nova Scotia und der Deutschen Bank besteht. Die Deutsche Bank wies zu diesem Zeitpunkt noch jegliche Vorwürfe von sich und erklärte, sich gegen die Belastungen zu verteidigen.1 Nur wenige Monate später ermittelt die Deutsche Bank nun selbst intern wegen möglicher Goldpreismanipulationen, um so eventuellen Sanktionen zu entgehen.2

Zudem rollt eine neue Milliardenklage auf die Deutsche Bank zu. Insgesamt sechs Großbanken drohen Klagen wegen Geschäften mit riskanten Hypothekenpapieren. Zu diesen zählen die britische HSBC sowie die US-Banken Citigroup, Wells Fargo, Bank for New York Mellon, US Bancorp und schließlich die Deutsche Bank. Die Kläger gehören zu den weltweit größten Vermögensverwaltern: BlackRock, die Allianz-Tochter Pimco sowie die DZ Bank. Mit BlackRock klagt gar der größte Aktionär der Deutschen Bank selbst. Die Anleger fordern insgesamt eine Entschädigung für Verluste in Höhe von 250 Milliarden Dollar. Da ein Gericht Ende 2013 die Verjährungsfrist auf sechs Jahre nach Begebung der Papiere festgelegt hatte, ist die nun laufende Klage die letzte Chance auf Entschädigung.

Den Finanzinstituten wird vorgeworfen, ihre Pflichten als Treuhänder verletzt zu haben. Demnach hätten sie die Emittenten von hypothekenbesicherten Papieren (MBS – Mortgage Backed Security) vor der Finanzkrise 2008 zum Rückkauf unsicherer Kredite drängen müssen. Wie sich später für die Anleger herausstellte, waren in den gekauften MBS-Paketen Kredite vieler Immobilienkäufer gebündelt, die aufgrund geringer Einkünfte überhaupt keine Hypothek hätten aufnehmen dürfen. Das Risiko der ausfallgefährdeten Kredite spitzte sich schließlich zu, als die Hypothekennehmer in Folge sinkender Immobilienpreise ihre Verpflichtungen nicht mehr bedienen konnten. Das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System brach zusammen, löste die Finanzkrise aus und kam neben den Steuerzahlern auch den nun klagenden Großinvestoren teuer zu stehen.3

Laut Medienberichten vom 14. Juli 2014 wurde die New Yorker Großbank Citigroup zu einer Strafzahlung von 7 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro) verklagt. Mit diesem Vergleich seien alle zusätzlichen zivilrechtlichen Hypothekenermittlungen beendet, erklärte Bankchef Michael Corbat. 4,5 Milliarden Dollar gingen demnach an das US-amerikanische Justizministerium und weiteren Behörden. Die übrigen 2,5 Milliarden Dollar werden Immobilienkäufern als Finanzierungshilfe gewährt.4

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  1. Facing Finance: Deutsche Bank: Manipulation des Goldpreises. Verfügbar unter: http://www.facing-finance.org/de/2014/03/deutsch-deutsche-bank-manipulation-des-goldpreises/ Zuletzt überprüft am 15.07.2014. []
  2. Manager-Magazin:Deutsche Bank ermittelt intern zu möglichen Goldpreis-Manipulationen. Verfügbar unter: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/deutsche-bank-ermittelt-intern-zu-moeglichen-goldpreis-manipulationen-a-976316.html Zuletzt überprüft am 25.06.2014. []
  3. Frankfurter Allgemeine: Neue Milliarden-Klage gegen Deutsche Bank. Verfügbar unter: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/blackrock-und-pimco-verklagen-deutsche-bank-wegen-mbs-12998703.html Zuletzt überprüft am 15.07.2014. []
  4. Die Welt: Citigroup büßt mit 7 Milliaren Dollar für Hypotheken-Deals. Verfügbar unter: http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article130136168/Citigroup-buesst-mit-7-Milliarden-Dollar-fuer-Hypotheken-Deals.html Zuletzt überprüft am 15.07.2014. []
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