Samsung: Massive Arbeitsrechtverletzungen in Dutzenden chinesischen Zulieferbetrieben

In seinem jährlichen CSR (Corporate Social Responsibility) Bericht, einer Dokumentation der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung, berichtet Samsung weiterhin über erhebliche Arbeitsrechtverletzungen in Dutzenden chinesischen Zulieferbetrieben. Dem süd-koreanischen Technologiekonzern zufolge beanstanden externe Prüfer die Missachtung einer Vielzahl an geltenden Arbeitsrichtlinien.1

In den 100 untersuchten Betrieben wurden unter anderem folgende Verstöße festgestellt:1

– 39 Zulieferer zahlen lediglich fixe Gehälter ohne Überstundenentschädigung.

– 33 Zulieferer nehmen Gehaltskürzungen als Disziplinarmaßnahmen vor.

– 33 Zulieferer verstoßen gegen regionale Versicherungsvorschriften.

– 59 Zulieferer halten Vorschriften zur Sicherheit der Angestellten nicht ein (keine ausreichende Schutzkleidung).

– 48 Zulieferer beschäftigen Minderjährige (16-18 Jahre alt), die mit Chemikalien hantieren müssen.

Samsung sieht sich ferner mit dem weit verbreiteten Problem illegaler Überstunden konfrontiert. In vielen Betrieben konnte nachgewiesen werden, dass die Angestellten über die gesetzliche Festsetzung hinaus Mehrarbeit leisten. Während sich Unternehmen im Allgemeinen auf die freiwillige Bereitschaft ihrer Angestellten stützen, so beklagen Arbeitsrechtsaktivisten die mickrigen Löhne, die ihnen gezahlt werden. Demnach haben die Angestellten keine andere Chance, als über die gesetzlich festgelegte Arbeitszeit hinaus zu arbeiten.2

Dem Bericht zufolge seien weitere Betriebe wegen unzureichender Kontrolle der emissionsbedingten Luft- und Wasserverschmutzung aufgefallen. In diesem Zusammenhang geriet der Konzern erst kürzlich ins Visier der Öffentlichkeit. Der Smartphone-Gigant wurde im April 2014 dazu aufgefordert, Stellung zu einem Todesfall eines seiner Mitarbeiter zu beziehen. Der Konzern wird für den Tod eines 23-jährigen im Jahr 2007 verantwortlich gemacht. Dieser sei aufgrund der erhöhten Chemikalienkonzentration in den Fabriken an Leukämie erkrankt und gestorben. Samsung entschuldigte sich für den Vorfall, wies jedoch jegliche Schuld von sich.3

Nun steht fest, dass Samsung an seinen eigenen Versprechungen vom November 2012 gescheitert ist. Der Konzern hatte sich damals zum Ziel gesetzt, die gesetzeswidrigen Arbeitspraktiken in China zu unterbinden. Ferner sollten Benachteiligungen bei der Anstellung von Mitarbeitern sowie Verstöße bei der Festsetzung von Arbeitsverträgen untersagt werden. Doch jedes dieser Vergehen konnte in erschreckend vielen Zulieferbetrieben nachgewiesen werden.2 Samsung versichert wiederum, sich weiterhin für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen auf Ebene der Zulieferer einzusetzen.1

Lesen Sie zu diesem Thema auch unseren Bericht „Neue Vorwürfe gegen Samsung: Kinderarbeit in Zulieferfabrik entdeckt“.

Erfahren Sie in unserer Datenbank mehr über den Konzern Samsung und seine Anteilseigner.


  1. The Guardian: Samsung finds labour violations at dozens of its Chinese suppliers. Verfügbar unter: http://www.theguardian.com/technology/2014/jul/01/samsung-working-practice-breaches-chinese-suppliers Zuletzt überprüft am 08.07.2014. [] [] []
  2. Financial Times: Samsung fails to eliminate Chinese labour violations. Verfügbar unter: http://www.ft.com/intl/cms/s/0/1915547c-002a-11e4-8aaf-00144feab7de.html#axzz3742dfTsX Zuletzt überprüft am 10.07.2014. [] []
  3. The Guardian: Samsung promises to compensate factory workers who suffered cancer. Verfügbar unter:  http://www.theguardian.com/technology/2014/may/14/samsung-compensate-factory-workers-cancer Zuletzt überprüft am 10.07.2014. []
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