Wal Mart: Sklavenarbeit für Garnelen

Garnelen waren einst ein Luxusgut, doch längst sind sie zu niedrigen Preisen in jedem Supermarkt erhältlich. Welche Kosten Arbeiter in Thailand dafür bezahlen müssen, zeigt eine sechsmonatige Untersuchung des britischen Guardian. Demnach herrschen auf thailändischen Fischkuttern, die Teil der Garnelenproduktion sind, sklavenähnliche Bedingungen. Die meist ausländischen Arbeiter werden für rund 300 Euro von Boot zu Boot verkauft und unter Androhung extremer Gewalt oft über Jahre festgehalten.1 Die Kutter verkaufen ihre zu Fischmehl verarbeitete Ware an den größten Garnelenproduzent der Welt, das thailändischen Unternehmen Charoen Pokphand (CP) Foods, der damit seine Garnelenzucht betreibt. CP Foods liefert an fast alle großen Supermarktketten der Welt, unter anderem an Wal Mart, Tesco, Aldi Nord, Penny und Carrefour. 

Von den Bedingungen an Bord der CP-Zuliefererboote berichten geflohene Arbeiter. Die meist aus Burma und Kambodscha gekauft oder verschleppten Männer müssen bis zu 22 Stunden unter Androhung von Schlägen, Folter und Hinrichtungen arbeiten. Um ihr Arbeitsleistung zu erhöhen, wird ihnen  Methamphetamin angeboten2.

Aldi Nord hat sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert. Auf Anfrage der TAZ räumte das Unternehmen ein, dass deutsche Filialen des Discounters Produkte mit Garnelen der thailändischen Aquakulturfirma CP Foods anbieten. Auch der zur REWE Group gehörende Supermarkt Penny hat Produkte von CP Foods bezogen3

Wal Mart und andere Supermärkte kündigten auf Rückfrage des Guardian Maßnahmen an4. Dabei sind die Berichte der britischen Zeitung keine Neuigkeit für die Supermärkte. Schon im Jahr 2009 veröffentlichte das UN Inter-Agency Project on Human Trafficking (UNIAP) einen entsprechenden Report, ebenso berichtete die Environmental Justice Foundation im September 2013 von Sklaven- und Zwangsarbeit auf Thailändischen Fischerbooten. Einige Unternehmen haben zwar interne Richtlinien, möchten diese aber nicht offenlegen5.

Hier können Sie mehr zu den Investoren von Wal Mart (Quelle: Morningstar, Stand: 16.06.2014) und CP-Foods(Quelle: Jahresberichtvon CP-Foods, S.160) erfahren.


  1. The Guardian: Revealed: Asian slave labour producing prawns for supermarkets in UK, US. Verfügbar unter: http://www.theguardian.com/global-development/2014/jun/10/supermarket-prawns-thailand-produced-slave-labour. Zuletzt überprüft am 16.06.2014. []
  2. The Guardian: Revealed: Asian slave labour producing prawns for supermarkets in UK, US. Verfügbar unter: http://www.theguardian.com/global-development/2014/jun/10/supermarket-prawns-thailand-produced-slave-labour. Zuletzt überprüft am 16.06.2014. []
  3. Huffington Post: Lebensmittelskandal um Garnelenproduzenten. Verfügbar unter: http://www.huffingtonpost.de/2014/06/15/lebensmittel-skandal-garnelen-aldi-penny-cp-foods_n_5496057.html. Zuletzt überprüft am 16.06.2014. []
  4. The Guardian: Wal Mart, Tesco and Costco among retailers responding to revelations of slavery in prawn supply chains. Verfügbar unter: http://www.theguardian.com/global-development/2014/jun/10/walmart-tesco-costco-retailers-respond-prawn-supply-slaves. Zuletzt überprüft am 16.06.2014. []
  5. The Guardian: Globalised Slavery: How big supermarkets are selling prawns. Verfügbar unter: http://www.theguardian.com/global-development/video/2014/jun/10/slavery-supermarket-supply-trail-prawns-video. Zuletzt überprüft am 16.06.2014. []
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