Deutsche Bank: Keine Finanzierung des Kohlehafens im Great Barrier Reef

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Nach wochenlangen Kampagnen australischer sowie europäischer Gruppierungen mit einer einseitigen Werbeanzeige in der europäischen Financial Times, einer 200.000 Stimmen starken Online Petition sowie hunderten von Mails an die Bank direkt, zeigt sich die Deutsche Bank einsichtig und entscheidet sich offiziell gegen eine Unterstützung des Kohlehafenausbaus in Australien. Diese Mitteilung gab Banktrack in ihrer Presseerklärung vom 22. Mai 2014 bekannt und stellt einen großen Erfolg für Banktrack selbst und ihren Mitgliedern urgewald sowie Market Forces dar. Gemeinsam mit Tony Brown, einem Tourismusbetreiber sowie Berater vom Great Barrier Reef, stellten die Banktrack-Mitglieder den Vorstand der Deutschen Bank am vergangenen Donnerstag, 22. Mai 2014, bei deren Hauptversammlung zur Rede.
Im Zuge der Vorwürfe und Anfragen von Tony Brown sowie den NGO überraschte Co-Vorsitzender Jürgen Fitschen mit seiner Antwort. Ihm zufolge erwäge die Deutsche Bank keine finanzielle Beteiligung an der Ausweitung von Abbot Point. Dies sei vor allem auf die Uneinigkeit zwischen der australischen Regierung und der UNESCO über die Beeinflussung des Riffs zurückzuführen. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Paul Achleitner bekräftige Fitschens Aussage, indem er darauf hinwies, dass die Deutsche Bank derzeit nicht in dem besagten Projekt involviert sei und dies in Zukunft auch nicht vor habe.
Auch wenn sich Tony Brown außerordentlich zufrieden der Öffentlichkeit präsentierte, wies urgewald Geschäftsführerin Heffa Schücking darauf hin, dass der Rückzug der Deutschen Bank aus diesem umstrittenen Projekt lediglich ein erster wichtiger Schritt sei. Man müsse weiter untersuchen, ob und in welchem Umfang die Deutsche Bank bei der Entwicklung neuer Kohleminen im australischen Galilee Basin und bei dem Ausbau einer Eisenbahnlinie zur Kohlebeförderung finanziell involviert sei. Auch gemäß Julien Vincent, Mitglied der australischen NGO Market Forces, ist die Entscheidung zweier europäischer Großbanken (Credit Agricole und Deutsche Bank) gegen die Finanzierung von Abbot Point eine wichtige Entwicklung. Man hoffe nun darauf, dass sich die australischen Banken ein Beispiel an den europäischen Banken nehmen und so das Weltnaturerbe geschützt werde.

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