Mit Software gegen ausbeuterische Kinderarbeit

MÜNCHEN Entwicklungspolitik Online | Mit einem Browser-Plugin unterstützt der Münchener Verein EarthLink jetzt den Kampf gegen Kinderarbeit. Die von dem Unternehmen Interone entwickelte Erweiterung ist an EarthLinks Firmenliste gegen ausbeuterische Kinderarbeit gekoppelt, die derzeit 277 Firmen und Marken und deren Umgang mit dem Thema Kinderarbeit umfasst. Das “aVOID-Plugin” blendet bei Online-Suchanfragen automatisch alle Marken aus, die negativ mit Kinderarbeit in Verbindung stehen.

Mit dem Plugin sei es jedem Käufer möglich, zweifelhafte Produkte zu identifizieren und zu meiden, erklärte EarthLink. Es sei ab sofort für den Browser Google Chrome verfügbar. Versionen für Safari und Firefox würden zur Zeit entwickelt und demnächst erhältlich sein.

Weltweit arbeiten geschätzte 123 Millionen Kinder unter 15 Jahren unter ausbeuterischen Bedingungen. 73 Millionen davon sind jünger als 10 Jahre. “Gerade in der Textilindustrie müssen Kinder in Entwicklungs- und Schwellenländern häufig unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, damit wir hierzulande preisgünstig einkaufen können”, so EarthLink. “Hier setzt das Plugin an. Indem der Online-Käufer sich nun gegen den Kauf eines verdächtigen Produkts entscheidet, kann er einen positiven Beitrag gegen Kinderarbeit leisten.”

Sucht ein Käufer in einem Online-Shop nach Kleidung, vergleicht das Plugin die Suchergebnisse mit der Firmenliste von EarthLink. Sobald bei einer Firma / Marke nicht widerlegte Vorwürfe im Zusammenhang mit Kinderarbeit bekannt sind, wird diese bei den Suchergebnissen ausgeblendet. So erhalte man ausschließlich Suchtreffer von Herstellern, die in Sachen Kinderarbeit noch nicht negativ aufgefallen sind, erläutert EarthLink. Im Rahmen der EarthLink-Kampagne “Aktiv gegen Kinderarbeit” werde die Firmenliste ständig aktualisiert und ergänzt. Die Firmen würden aufgefordert zu Anschuldigungen Stellung zu nehmen und hätten die Möglichkeit, sich zu entlasten.

“Wir freuen uns sehr, dass das aVOID-Plugin jetzt verfügbar ist und sind begeistert, dass auf diesem Weg jeder Einzelne aktiv gegen Kinderarbeit werden kann”, sagte Bernhard Henselmann, der Vorsitzende des Vereins. Nach nur wenigen Wochen hätten Online-Shopper mit dem Einsatz des aVOID-Plugins schon über eine Million Produkte aus fragwürdiger Herstellung ausgeblendet.

Das Plugin für Google Chrome-User steht unter www.avoidplugin.com oder www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de zum Download zur Verfügung.

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